Überall wabert er seit einigen Wochen durch die Social Media Feeds: der vermeintlich „japanische Cheesecake“, bei dem man Lotus-Kekse in Skyr oder griechischen Joghurt steckt, einmal filmt, einmal löffelt – und das Ganze dann als Kuchen feiert. Ein schneller Kick, ein bisschen Crunch, ein bisschen Cremigkeit.
Aber eben auch: ein kurzer Ruhm, der schneller vorbei ist als der nächste Algorithmus-Hype. Was dabei auf der Strecke bleibt, ist das, worum es bei einem echt leckeren Cheesecake eigentlich geht: Opulenz. Tiefe. Diese unverhandelbare, fast schon unanständige Cremigkeit, die nicht aus dem Becher kommt, sondern aus dem Ofen.
Ein richtiger Cheesecake beginnt unten – mit einem krümeligen, buttrigen Boden aus zerstoßenen Keksen, die sich mit geschmolzener Butter zu einer goldenen Basis verbinden. Darauf folgt die eigentliche Hauptsache: eine üppige Masse aus Frischkäse, glatt gerührt, schwer, seidig, mit genau der richtigen Balance aus Süße und Frische.

Im Ofen wird daraus kein „High-Protein-Hack“, sondern ein Versprechen. Die Oberfläche zart gewölbt, das Innere so cremig, dass das Messer fast widerwillig hindurchgleitet. Jeder Bissen ist dicht, rund, befriedigend – ein Dessert, das nicht so tut, als wäre es etwas anderes als eine kleine, herrliche Sünde. Die manchmal einfach sein muss
Vielleicht ist das die ehrlichere Antwort auf den Trend: sich nicht jeden Keks in Joghurt zu stecken, sondern sich ab und zu bewusst ein kleines Stück echten Cheesecakes zu gönnen. Nicht als Alltagsersatz, sondern als Moment. Als Teller, Gabel, Ruhe. Als cremiger Luxus, der nicht durch Likes, sondern durch Geschmack überzeugt.
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Und weil man große Worte nicht ohne große Taten stehen lassen sollte, folgt hier das Rezept.
Und wie mache ich einen New York Cheesecake?
zart schmelzend, dekadent, mit genau der richtigen Portion „Oh je, ist der gut“
Für eine 24 cm Springform – wer eine kleine Form nimmt, halbiert die Menge und die Backzeit auf ca. 30 Minuten.
Zutaten
Boden
- 130 g Butterkekse oder Haferkekse …. oder was einfach da ist!
- 80 g zerlassene Butter
Cheesecake Füllung
- 800 g Doppelrahm-Frischkäse – auf keinen Fall eine light Variante!
- 150 g Zucker
- Abrieb von 1 Zitrone oder 1 Päckchen geriebene Zitronenschale
- 4 Eier (Größe M)
- 180 ml Schlagsahne
- 2 EL Vanille-Puddingpulver
Guss
- 250 g Sauerrahm
- 30 g gesiebter Puderzucker
Zubereiten
- Springform (ca. 24 cm Ø) leicht einfetten.
Ich hatte eine kleine Springform und habe den Boden mit einem Heissluftfriteusen-Backpapier ausgekleidet – hat super funktioniert und passt perfekt.
Backofen auf ca. 180 °C Ober-/Unterhitze (Heißluft 160 °C) vorheizen. - Kekse fein zerbröseln. Das mache ich im Blitzhacker, geht aber auch mit Gefrierbeutel und etwas Gewalt 😉
Die Keksbrösel mit der geschmolzenen Butter vermischen.
Masse in die Form geben und mit der Rückseite einer geraden Tasse oder einem Glas andrücken. Ca. 10 Min. kaltstellen.
- Jetzt den Frischkäse mit Zucker und dem Abrieb der Zitrone glatt rühren.
Die Eier jeweils einzeln kurz unterrühren.
Schlagsahne mit Vanille-Puddingpulver steif schlagen und ganz vorsichtig mit einem Schneebesen unter die Masse heben.
Die fertige Cheesecake-Creme in die Backform füllen und glatt streichen.
- Temperatur des Backofens checken. Ich habe nochmals ein Thermometer im Ofen, weil meiner nicht ganz macht, was er anzeigt, der Schelm!
Wenn alles passt, den Cheesecake auf der unteren Schiene in den Ofen schieben und ca. 45 Min. backen.
Wenn die Oberfläche zu bräunen beginnt, kurz herausnehmen, abkühlen lassen und dann weiter backen. Ich habe meinen step by step gebacken, weil mein Ofen machmal ein bisschen übermütig und zu heiss wird.
- Jetzt noch kurz den Sauerrahm mit dem gesiebten Puderzucker verrühren und auf dem noch warmen Cheesecake verteilen.
Im Anschluss nochmals ca. 10 Min. backen.
Nach dem Backen den Cheesecake vollständig auskühlen lassen und kalt stellen.
Optimalerweise über Nacht – oder mindestens 5 Stunden!
New York Cheesecake servieren
Ich esse den Cheesecake ja am liebsten pur. Vielleicht mit ein paar Beeren. Vielleicht mit einem Klecks geschlagener Sahne. Vielleicht einfach nur mit einer Gabel und dem festen Vorsatz, „nur ein kleines Stück“ zu nehmen.
Denn seien wir mal ganz ehrlich: Man kann Kekse in Joghurt stecken. Man kann das filmen. Man kann es feiern. Oder man gönnt sich ein Stück echten Cheesecakes – cremig, üppig, kompromisslos – und feiert das Leben. Ein kleines Stück reicht. Meistens. Manchmal auch nicht 🍰✨
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